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Starke Biosicherheitsmaßnahmen sind wegweisend für eine nachhaltige Schweineproduktion

Von Tine Schøning, Regional Veterinary Manager Europe

Das Porcine Reproductive and Respiratory Syndrome (PRRS) sowie Mycoplasma hyopneumoniae stellen nach wie vor eine Herausforderung für die Tiergesundheit in Schweinebeständen dar. Jüngste Ausbrüche der Maul- und Klauenseuche (MKS) sowie der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Europa unterstreichen die Dringlichkeit wirksamer Biosicherheitsstrategien. Angesichts dieser Bedrohungen und neu auftretender Erkrankungen ist ein proaktives Krankheitsmanagement unerlässlich – sowohl für den genetischen Fortschritt als auch für eine nachhaltige Schweineproduktion.

Tine Schøning ist seit Mai 2024 Regional Veterinary Manager in Europa. Sie hat einen Masterabschluss in Veterinärmedizin von der Universität Kopenhagen sowie eine dänische Zusatzqualifikation im Bereich Herdengesundheitsmanagement beim Schwein. Im globalen Veterinärdienst von Topigs Norsvin unterstützt sie die Verbreitung genetischen Fortschritts durch Gesundheitsmanagement, Transportüberwachung und Biosicherheitsmaßnahmen – in Zusammenarbeit mit lokalen Tierärzten, der Lieferkette sowie Vertriebs- und Produktionsteams.

Warum ist Biosicherheit in der Schweineproduktion von höchster Priorität?

Die Auswirkungen der Krankheitsausbrüche gehen weit über einzelne Betriebe hinaus. Ohne wirksame Maßnahmen können sie ganze Regionen und Märkte destabilisieren und die Nachhaltigkeit unserer Branche ernsthaft gefährden. Eine hohe Biosicherheit verringert die Krankheitsübertragung, senkt Behandlungskosten und sichert Produktionsstabilität. Eine klar definierte Biosicherheitsstrategie ist daher eine Investition in langfristige Produktionssicherheit und Marktzugang.

Was sind die wichtigsten Aspekte der Biosicherheit für Betriebsleiter?

Meiner Erfahrung nach konzentrieren sich viele Verantwortliche sehr stark auf externe Maßnahmen – wie Luftfilterung, Besucherkontrollen oder Hygienemaßnahmen bei Transporten. Dabei sind interne Maßnahmen ebenso wichtig. Achten Sie auf Bereichstrennung (Zoneneinteilung), allgemeine Stallhygiene und gut durchdachte Bewegungen der Tiergruppen. Schulen Sie Ihre Mitarbeitenden und sorgen Sie für die konsequente Einhaltung von standardisierten Arbeitsanweisungen, um Biosicherheit als gelebte Betriebskultur zu etablieren.

Zentrale Biosicherheitsmaßnahmen:

KategorieMaßnahmen
Externe BiosicherheitBesucherkontrollen, Desinfektion von Fahrzeugen, Materialbewegung regeln, Luftfiltration
Interne BiosicherheitZoneneinteilung, Hygienestandards, Tierflussmanagement
KrankheitspräventionÜberwachung auf SPF-Erkrankungen, Risikobewertung, Protokollanpassungen
MehrschichtschutzMehrere Biosicherheitsebenen zur Kompensation möglicher Schwächen
Audits & KorrekturenRegelmäßige Überprüfungen und sofortige Behebung erkannter Schwachstellen
Überwachung anpassenIntensivierung der Überwachung in Risikogebieten
Standardisierte ReinigungEinheitliche Reinigungs- und Desinfektionsprotokolle mit messbaren Standards
TechnologieeinsatzDigitale Gesundheitsdaten, KI-gestützte Überwachung, vereinfachter Zugang zu Probenanalysen

Wie wirken sich Biosicherheitslücken auf den genetischen Fortschritt aus?

Krankheitsausbrüche infolge von Biosicherheitslücken können Zuchtprogramme unterbrechen und den Transport wertvoller Tiere beschränken. So habe ich erlebt, wie PRRS oder ASP zu erheblichen Verlusten genetischen Materials führten und die Weiterentwicklung der Herden verzögerte.

Warum ist ein mehrschichtiger Biosicherheitsansatz entscheidend?

Ein Biosicherheitsplan ist nur so stark wie sein schwächstes Glied. Daher empfehle ich den Aufbau mehrerer Schutzebenen. Wenn eine Maßnahme versagt, können andere dies kompensieren. So kann etwa eine gute Hygiene und klare Zoneneinteilung auch dann Risiken mindern, wenn externe Maßnahmen kurzzeitig versagen. Dieses Vorgehen schützt sowohl vor schweren Krankheiten als auch vor wirtschaftlich relevanten, milderen Infektionen wie Mycoplasmen.

Wie stellt man die wirksame Umsetzung von Biosicherheitsprotokollen sicher?

Kommunikation ist entscheidend – ebenso wie Verantwortung. Ihre Führungskräfte sollten mit gutem Beispiel vorangehen. Investieren Sie in Mitarbeiterschulungen, verankern Sie Biosicherheitsroutinen im Alltag und führen Sie regelmäßige Audits durch, um Schwächen schnell zu erkennen und zu beheben.

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